Du träumst schon lange davon, endlich mit deinem eigenen Schreibprojekt durchzustarten, doch irgendwie fehlt dir der Anschub? Oder du möchtest für dich erst einmal herausfinden, ob dir das Schreiben überhaupt Spaß machen könnte? In diesem Beitrag gebe ich dir ein paar Tipps, wie du Motivation findest, Hindernisse und Selbstzweifel überwindest und vor allem dranbleibst! Wie also gehst du die Sache an?

Autoren sind meist selbst eifrige Leser.

Das ist natürlich kein Zufall. Wem es Spaß macht, stundenlang auf einen Laptop zu starren und mühsam schwarze Buchstaben auf weißen Grund zu bringen, der braucht eine Leidenschaft für Texte – für spannende Geschichten, vielschichtige Charaktere, Emotionen, die allein durch Wörter heraufbeschworen werden und nicht zuletzt durch Formulierungen, die wie Musik in den Ohren klingen. 😊

Bevor oder während du dein eigenes Schreibprojekt in Angriff nimmst, solltest du dich also selbst gerade im „Lese-Modus“ befinden. Hilfreich kann es auch sein, die Lektüre dabei mit „Autoren-Augen“ anzugehen, d.h., dich aktiv damit auseinanderzusetzen, was dir an der Geschichte besonders gefällt oder welche Erzählweisen, Formulierungen etc. dir auffallen.

Dies gilt insbesondere für den Fall, dass du schon im Vorfeld weißt, für welches Genre du schreiben möchtest. Informiere dich über dein Lieblingsgenre bzw. lese dich intensiv ein: Welche Gemeinsamkeiten finden sich in Büchern dieser Literatursparte? Gibt es typische Merkmale oder Kriterien?

Aber ob ich das kann?

Gleich zu Beginn vorweg: ja! Ich bin der Meinung, jeder kann schreiben. Viele Leser haben Angst davor, sich selbst im Schreiben auszuprobieren. Ein Buch schreiben – das machen die „richtigen“ Autoren, deren Name da auf dem Cover steht. Die offensichtlich über Talent verfügen. Aber ich doch nicht!

Warum schaffen wir uns selbst diese Barriere?

Zum Thema Talent: Ja, vermutlich ist die Qualität der Werke erfahrener Autoren höher als die des eigenen vorsichtigen Schreibprojekts. Aber auch die „Großen“ haben schließlich irgendwie einmal angefangen und sind erst durch jahrelange harte Arbeit an den Punkt gekommen, an dem sie nun sind.

Was hilft also gegen die Zweifel?

Den Druck wegnehmen. Nehme ich mir gleich zu Beginn meiner ersten Schritte in Richtung „Schreiben“ das Ziel „ellenlanger Roman“ vor, kann dies beängstigend wirken. Das Projekt erscheint uns in unserem Kopf riesig, der Zeitaufwand gigantisch (Spoiler: das ist er auch). Warum nicht einfach ein neues Word-Dokument öffnen und in die Tasten hauen, mit dem Gedanken „mal sehen was draus wird?“. Wem die Idee, strukturlos drauflos zu schreiben nicht gefällt, könnte sich zu Beginn z.B. erst einmal eine Kurzgeschichte vornehmen. Oder vielleicht liegt dir auch das Verfassen eines Essays, eines Gedichts, etc.? Aus den Kurzgeschichten könnte später immer noch ein Roman werden oder eine mehrbändige Serie.

Beim Schreibprozess werden viele allerdings gleich auf das nächste Problem treffen, nämlich unsere eigenen Ansprüche. Durch unsere eigene Leseerfahrung haben wir oft schon genaue Vorstellungen davon, wie etwa ein Roman geschrieben sein soll. Mitreißend und hochemotional, ausgestattet mit einer genialen Handlung, die dabei zu hundert Prozent logisch ist, und die Sprache bleibt bei all dem natürlich höchst kunstvoll. So sehen die Texte von Schreibanfängern natürlich nicht aus (in 99,99% der Fälle). Übrig bleibt einem hier nur, die andauernde Selbstkritik für eine Weile auszuschalten. Man hat die Wahl, entweder gar nichts schreiben, aus Angst etwas „Ungenügendes“ zu produzieren, oder es trotz Selbstzweifel zu tun und sich durch den Schreibprozess zu verbessern. Denk dran: Vor allem als Beginner schreibst du in erster Linie für dich selbst. Niemand „bewertet“ deine Texte irgendwie, du kannst deiner Kreativität freien Lauf lassen 😊. Wenn du dein Manuskript irgendwann doch jemandem zeigen möchtest und die Möglichkeit hast, von Freunden, Familie oder über Literaturforen konstruktives Feedback zu erhalten, umso besser!

Das Wichtigste: Do-it!

Keine Zeit oder noch nicht die perfekte Buch-Idee im Kopf zu haben sind keine Ausreden. Denn: Gehen wir realistisch davon aus, zu einem späteren Zeitpunkt mehr Zeit zu haben? Wie lang trägst du den Wunsch, mit dem Schreiben zu beginnen, nun schon in dir? Sechs Monate? Fünf Jahre? Wenn du einen sehr vollen Terminkalender hast, beginne in kleinen „Dosen“. Fünfzehn Minuten täglich, in denen man sich bewusst auf das Schreibprojekt konzentriert, können sehr effektiv sein. Jeder geschriebene Satz bringt dich weiter.

Viele Menschen nehmen an, sie bräuchten nur das perfekte Buchkonzept, die vollkommen ausgeklügelte Romanhandlung, um mit dem Schreiben durchstarten zu können. In wenigen Fällen mag diese Vorgehensweise funktionieren, für die meisten bedeutet dieser Anspruch allerdings eine ständige Verschiebung des Schreibprojekts, denn wann ist ein Konzept schon „perfekt“?
Einer meiner wichtigsten bisherigen Erkenntnisse als Autorin sind, dass die besten Ideen, sei es bzgl. der Handlung oder der Charaktere, mitten im Schreibfluss kommen. Unser Gehirn braucht vielleicht erst ein wenig „mechanischen“ Anschub, um sich kreativ entfalten zu können. Ein Nachteil des „Drauflos-Schreibens“ ist, dass große Teile dieses Schreibprodukts nicht für den finalen Roman verwendet werden können, da sie nicht in den Handlungsstrang passen. Trotzdem sind genau diese Seiten für uns besonders wichtig, da sie der Romanidee allmählich Form verleihen (u.a. durch ihr Wegfallen!)

Ein guter Tipp, den übrigens auch geübten Autoren z.B. während einer Schreibblockade anwenden, ist, einfach mal mit der Hand zu schreiben. Die analoge, „körperlichere“ Tätigkeit kann uns helfen, Schreiben als das Produkt eines Handwerks zu empfinden und die Verkopfung zu durchbrechen.

Starthilfen

Manchmal fehlen trotz guter Vorsätze ein letzter Rest Motivation oder ein verbindlicher Rahmen für den Start in die Autorenkarriere. Zum Glück bietet das Netz zahlreiche Angebote und Aktionen für Newcomer-Autoren an.

Empfehlen kann ich hier die Initiative „National Novel Writing Month“ (https://www.nanowrimo.org/). Jedes Jahr im November (trister Monat –> perfekt zum Schreiben) kann man sich kostenlos mit seinem Schreibprojekt anmelden. Ziel ist es, pro Tag eine gewisse Anzahl an Wörtern zu schreiben, um schließlich am letzten Tag 50.000 Wörter vorweisen zu können. Motivierend empfand ich hier die Beobachtung des eigenen Fortschritts, sowie den Austausch mit der Community und mit den „Schreib-Buddies“. Zudem werden zahlreiche Video-Workshops rund um das Thema Roman-Schreiben angeboten.

Die Möglichkeit, sich einen Schreib-Buddy zu suchen und sich gegenseitig anzuspornen, existiert natürlich auch analog 😉. Vielleicht kennst du jemanden in Deinem Umfeld, der sich auch gerne im Schreiben ausprobieren möchte? Regelmäßige Treffen schaffen Verbindlichkeit und der Austausch über die Schreiberfahrungen ist wirklich Gold wert!

Mit diesen Tipps wünsche ich dir viel Erfolg für das Angehen deines eigenen Buchprojekts!

(Wenn es sich zu 50% nach Spaß und 50% nach Arbeit anfühlt, bist du auf einem guten Weg 😉)

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